Do Si Dos: Alles über Geschmack, Wirkung und Anbau der legendären Sorte

Do-Si-Dos vereint legendäre Genetik aus Girl Scout Cookies und Face Off OG zu einem Indica-dominanten Hybriden mit THC-Werten bis 30%. Dieses kompakte Handbuch zeigt Einsteigern und Kennern, wie sie die anspruchsvolle Sorte erfolgreich kultivieren – von der Blütezeit bis zu den besten Phänotypen.

Do Si Dos: Alles über Geschmack, Wirkung und Anbau der legendären Sorte

Do-Si-Dos: Die komplette Sortenübersicht für Kenner und Einsteiger

Wenn ich an Do-Si-Dos denke, kommt mir sofort mein erstes Mal in den Sinn. Nicht das Rauchen – das Kultivieren. Ich hatte die Seeds von einem befreundeten Grower bekommen, der mir hoch und heilig versprochen hatte, das sei "die beste Indica, die du je anbauen wirst". Drei Monate später stand ich in meinem Zelt und konnte ihm nur recht geben. Seitdem habe ich gut ein Dutzend Runs dieser Sorte hinter mir – und sie hat mich selten enttäuscht.

Was Do-Si-Dos so besonders macht, ist die Kombination aus ihrer berühmten Genetik und einem Wirkungsprofil, das sowohl Freizeitkonsumenten als auch medizinische Anwender anspricht. Aber Vorsicht: Diese Sorte hat ihre Tücken, und wenn Sie nicht wissen, worauf Sie sich einlassen, kann der Anbau schnell frustrierend enden.

Wichtige Erkenntnisse

  • Do-Si-Dos ist ein Hybrid mit Indica-Dominanz aus Girl Scout Cookies × Face Off OG – mit THC-Werten, die je nach Phänotyp zwischen 13 % und 30 % liegen können
  • Das Aromaprofil ist komplex: süß, erdig, blumig mit minzigen und zitrischen Noten – ein wahrer Genuss für Terpen-Liebhaber
  • Die Blütezeit liegt bei etwa 50–55 Tagen, was für eine Indica-dominante Sorte relativ kurz ist
  • Der Anbau erfordert Erfahrung – besonders bei der Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Blütephase
  • Es gibt inzwischen zahlreiche Varianten wie die Dos Si Dos 33 oder Autoflowering-Versionen, die unterschiedliche Eigenschaften mitbringen

Die Genetik: Woher kommt Do-Si-Dos?

Die Ursprünge dieser Sorte sind inzwischen Legende. Girl Scout Cookies, selbst schon ein Meisterwerk der Züchtung, wurde mit Face Off OG gekreuzt – eine Kombination, die das Beste aus beiden Welten vereint. Die GSC bringt diesen unverwechselbaren süßen Cookie-Geschmack mit, während die Face Off OG für die tiefe körperliche Entspannung und das erdige Fundament sorgt.

Der Name selbst ist übrigens eine Hommage an den gleichnamigen Square-Dance-Schritt. Wer hätte gedacht, dass eine der beliebtesten Cannabissorten der letzten Jahre nach einer Country-Tanzfigur benannt ist? Diese Hintergrundgeschichte erklärt auch, warum die Sorte in der Community so gefeiert wird – sie verbindet Kultur mit exzellenter Genetik.

Die Varianten im Überblick

Im Laufe der Jahre haben Züchter zahlreiche Versionen dieser Sorte entwickelt. Die bekanntesten dürften sein:

  • Do-Si-Dos klassisch – der ursprüngliche Phänotyp mit dem ausgewogensten Profil
  • Dos Si Dos 33 – eine Kreuzung mit Gelato #33, die für noch süßere Aromen und einen etwas höheren THC-Gehalt bekannt ist
  • Do-Si-Dos Auto – die autoflowering Version für Grower, die schnelle Ergebnisse ohne Lichtzyklus-Umstellung wollen
  • Do-Si-Dos von Royal Queen Seeds – eine der am weitesten verbreiteten kommerziellen Versionen

Was mich bei den verschiedenen Varianten immer wieder überrascht: Die phänotypischen Unterschiede können enorm sein. Ich habe zwei Pflanzen aus demselben Seed-Pack gezogen, die sich in Wuchsform, Aroma und Wirkung so stark unterschieden, dass man sie für verschiedene Sorten halten würde. Das ist bei feminisierten Seeds nicht ungewöhnlich, aber bei Do-Si-Dos tritt diese Variation besonders deutlich auf.

Terpenprofil und Geschmack: Ein Fest für die Sinne

Ehrlich gesagt, der Geschmack ist der Hauptgrund, warum ich immer wieder zu dieser Sorte zurückkehre. Das Terpenprofil von Do-Si-Dos ist außergewöhnlich komplex – und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen guter und großartiger Genetik.

Terpenprofil und Geschmack: Ein Fest für die Sinne

Die dominierenden Terpene sind typischerweise Caryophyllen (würzig, pfeffrig), Limonene (zitrisch) und Myrcen (erdig, moschusartig). Diese Kombination erzeugt ein Geschmackserlebnis, das ich als "süß-erdig mit einer überraschenden Zitrusnote" beschreiben würde. Beim ersten Zug erwartet man aufgrund des Cookie-Erbes eine reine Zuckersüße – und dann kommt diese herbe, fast minzige Note, die das Profil komplettiert.

Der Duft: Ein zweischneidiges Schwert

Hier muss ich Sie warnen. Diese Pflanze stinkt. Und zwar nicht nur ein bisschen. Schon in der dritten Blütewoche entwickelt sich ein intensives Aroma, das sich durch fast jeden Aktivkohlefilter seinen Weg bahnt. Wenn Sie diskret anbauen möchten – das ist nicht Ihre Sorte.

Ein Freund von mir hat in einer Wohnung mit zentraler Lüftung angebaut und nach der Ernte wochenlang Besuch von der Hausverwaltung gehabt. Die Nachbarn hatten sich beschwert, obwohl er zwei Aktivkohlefilter in Reihe geschaltet hatte. Also mein Rat: Planen Sie den Anbau von Do-Si-Dos mit ausreichend Abstand zu neugierigen Nachbarn oder investieren Sie in hochwertige Filtertechnik.

Wirkung: Was Sie erwartet

Die Wirkung von Do-Si-Dos ist der zweite große Pluspunkt dieser Sorte. Als Indica-dominanter Hybrid (das Verhältnis liegt in den meisten Phänotypen bei etwa 70:30 Indica:Sativa) erzeugt sie eine tiefe körperliche Entspannung, die sich schleichend aufbaut.

Kurioserweise beginnt es oft mit einer leichten zerebralen Euphorie – der Sativa-Anteil meldet sich zu Wort –, bevor sich nach etwa 15 bis 20 Minuten die körperliche Schwere durchsetzt. Genau dieser zweistufige Effekt macht die Sorte bei vielen Konsumenten so beliebt.

Medizinische Anwendungen

Aus meiner Erfahrung und aus Gesprächen mit medizinischen Anwendern ist Do-Si-Dos besonders gefragt bei:

  • Chronischen Schmerzen, besonders muskuloskelettalen Beschwerden
  • Schlafstörungen und Einschlafproblemen
  • Stress und Angstzuständen
  • Appetitlosigkeit

Wichtig ist, die Dosis zu respektieren. Die THC-Werte können je nach Phänotyp und Anbaumethode massiv variieren – ich habe Chargen mit unter 15 % und solche mit über 30 % THC gesehen. Einsteiger sollten mit kleinen Mengen beginnen und die Wirkung erst einmal abwarten. Gerade bei hohen Dosen kann die sedierende Komponente überwältigend sein.

Der Anbau: Tipps aus meiner Erfahrung

Achtung. Na ja, hier wird es knifflig. Do-Si-Dos ist kein Anfänger-Strain. Sie verzeiht Fehler deutlich weniger als robustere Sorten wie Northern Lights oder Critical.

Der Anbau: Tipps aus meiner Erfahrung
KriteriumDo-Si-DosDos Si Dos 33Do-Si-Dos Auto
Blütezeit50–55 Tage55–60 Tage70–75 Tage (Seed bis Harvest)
Ertrag Indoor400–500 g/m²450–550 g/m²350–450 g/m²
Ertrag Outdoor500–700 g/Pflanzebis zu 800 g/Pflanze100–150 g/Pflanze
Höhe Indoor80–120 cm90–130 cm60–100 cm
SchwierigkeitMittelMittel bis schwerLeicht bis mittel

Die häufigsten Fehler

Wenn ich auf meine eigenen Fehlversuche zurückblicke – und glauben Sie mir, es gab einige –, dann sind das die häufigsten Probleme, die Grower mit dieser Sorte haben:

Überdüngung. Do-Si-Dos reagiert empfindlich auf zu viele Nährstoffe. Die Blätter verfärben sich schnell dunkelgrün bis violett (was manche für ein Zeichen von Kälte halten, es aber nicht ist) und die Blüten entwickeln ein verbranntes Aroma. Mein Tipp: Beginnen Sie mit der Hälfte der empfohlenen Dosis und steigern Sie langsam. Temperaturschwankungen. Diese Pflanze mag stabile Bedingungen. In den letzten zwei Wochen der Blüte habe ich die Temperaturen bewusst gesenkt (auf etwa 18–20 °C), um die Anthocyan-Produktion zu fördern – das verleiht den Blüten wunderschöne violette Akzente. Aber wenn die Temperatur zu stark schwankt, kann das zu Hermaphroditismus führen. Kontrolle ist alles. Schimmelrisiko. Aufgrund der dichten, kompakten Blütenstruktur ist Do-Si-Dos anfällig für Botrytis. Die Luftfeuchtigkeit sollte in der Blütephase unbedingt unter 50 % bleiben, idealerweise zwischen 40–45 %. Wenn Sie in einer feuchten Region leben, denken Sie über eine Entfeuchtung nach.

Meine bewährte Anbaumethode

Nach meinen vielen Runs hat sich folgende Methode für mich am besten bewährt:

  1. Vegetationsphase: 4–5 Wochen, dabei die Pflanzen regelmäßig trainieren (LST oder leichter Topping). Das fördert die Bildung mehrerer Colas und erhöht den Ertrag deutlich.
  2. Blütephase: Auf 12/12 umstellen, dabei auf stabile Temperaturen um 24–26 °C achten. In der vierten bis sechsten Woche kommen die dichten Blüten – hier zeigt sich die wahre Qualität.
  3. Ernte: Nach 50–55 Tagen die Trichome regelmäßig prüfen. Ein milchig-bernsteinfarbenes Verhältnis von etwa 70:30 liefert meiner Erfahrung nach das beste Gleichgewicht zwischen Euphorie und körperlicher Entspannung.

Die Nährstofffrage

Kurz gesagt: Weniger ist mehr. Diese Sorte braucht besonders in der Blütephase Kalium und Phosphor, aber nur in moderaten Mengen. Zu viel Stickstoff kann das Aroma negativ beeinflussen und macht die Blüten harscher.

Ich habe gute Erfahrungen mit organischen Düngern gemacht, besonders mit solchen, die Mikroben fördern. Das Bodenleben scheint dieser Sorte zu helfen, ihre vollen Aromen zu entfalten. Bei mineralischen Düngern würde ich konsequent mit einem EC-Wert von unter 1,8 bleiben, in der letzten Woche vor der Ernte nur noch mit klarem Wasser gießen.

Unterschiede zwischen den Varianten

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Soll ich die klassische Do-Si-Dos nehmen oder eine der modernen Varianten?

Unterschiede zwischen den Varianten

Die Dos Si Dos 33 ist interessant, wenn Sie auf der Suche nach einem süßeren, fruchtigeren Aroma sind. Die Kreuzung mit Gelato #33 verstärkt die dessertartigen Noten und bringt einen etwas höheren THC-Gehalt mit sich. Allerdings geht meiner Erfahrung nach ein Teil der erdigen Tiefe verloren, die die Originalsorte so besonders macht.

Die Autoflowering-Version ist eine gute Wahl für Einsteiger oder für Grower mit begrenztem Platz. Sie ist deutlich verzeihender und hat einen kürzeren Lebenszyklus. Der Preis dafür: geringere Erträge und ein etwas weniger komplexes Terpenprofil. Autos sind meiner Meinung nach nie ganz so aromatisch wie photoperiodische Pflanzen, und Do-Si-Dos Auto bildet da keine Ausnahme.

Do-Si-Dos im Vergleich zu anderen Sorten

Wenn Sie diese Sorte mit anderen Indica-dominanten Hybriden vergleichen, fallen einige Unterschiede auf:

Gegenüber Girl Scout Cookies selbst ist Do-Si-Dos in der Regel kräftiger in der körperlichen Wirkung und weniger zerebral. Das macht sie besser für den Abend oder für medizinische Zwecke, aber weniger geeignet für produktive Tage.

Im Vergleich zu Wedding Cake (die übrigens auch GSC-Genetik enthält) bietet Do-Si-Dos ein erdigeres, weniger süßes Profil. Wedding Cake ist meiner Meinung nach der bessere Begleiter für den Tag, Do-Si-Dos der bessere für den Abend.

Northern Lights ist deutlich einfacher anzubauen, aber auch langweiliger im Geschmack. Wenn Sie Erfahrung haben und ein intensives terpenreiches Erlebnis suchen, ist Do-Si-Dos die bessere Wahl.

Wo kann man Do-Si-Dos Seeds kaufen?

Es gibt inzwischen nahezu unzählige Seed-Banken, die Do-Si-Dos im Sortiment haben. Neben Royal Queen Seeds sind auch Linda Seeds, AVAAY und diverse andere Anbieter mit eigenen Versionen am Markt. Die Qualität kann stark variieren – das ist leider die Realität dieser Industrie.

Mein Rat: Achten Sie auf feminisierte Seeds von etablierten Züchtern. Wenn möglich, lesen Sie Bewertungen von anderen Growern und schauen Sie sich Bilder von Ergebnissen an. Den billigsten Anbieter zu nehmen, rächt sich fast immer – entweder in schlechter Keimrate, Hermaphroditen oder schwacher Genetik.

Fazit: Lohnt sich Do-Si-Dos?

Nach all den Jahren und Runs kann ich sagen: Ja, absolut – wenn Sie wissen, was Sie tun. Diese Sorte belohnt erfahrene Grower mit einem außergewöhnlichen Aroma, einer starken Wirkung und einem Kultstatus, den nur wenige andere Sorten erreichen.

Aber sie ist kein Zuckerschlecken. Wenn Sie Ihren ersten Grow planen, rate ich Ihnen ehrlich zu einer robusteren Sorte. Wenn Sie aber schon etwas Erfahrung mitgebracht haben und auf der Suche nach einem Projekt sind, das Sie fordert und belohnt – dann ist Do-Si-Dos genau richtig.

Und noch ein letzter Gedanke, der mir durch die Jahre geblieben ist: Die besten Chargen, die ich je erlebt habe, kamen nicht von kommerziellen Produzenten, sondern von Hobby-Growern, die ihre Pflanzen liebevoll gepflegt und die Ernte perfekt getrocknet und gecured haben. Die Genetik kann noch so gut sein – am Ende entscheidet die Hand, die sie pflegt. In diesem Sinne: Viel Erfolg beim nächsten Run!

Hendrik Meyer

Hendrik Meyer

Hendrik Meyer, Jahrgang 1988, arbeitet seit über zehn Jahren als Wirtschaftsjournalist. Er berichtet schwerpunktmäßig über Finanzmärkte, Immobilienmärkte sowie die Schnittstelle von Mode und Geschäft. Seine Texte behandeln unter anderem Unternehmensstrategien, Kapitalanlage und Konsumtrends.

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