Die Nachfrage nach glutenfreien Alternativen beim Backen hat in den letzten Jahren, insbesondere bis 2026, erheblich zugenommen. Immer mehr Menschen achten bewusst darauf, glutenhaltige Lebensmittel zu meiden – sei es aus gesundheitlichen Gründen wie Zöliakie oder Glutensensitivität, oder einfach aus einem bewussteren Ernährungsstil heraus. In den Supermarktregalen sind inzwischen zahlreiche Produkte erhältlich, die den Übergang zu einer glutenfreien Ernährung erleichtern. Allerdings stellt das Backen ohne Gluten eine besondere Herausforderung dar, da Gluten das zentrale Klebereiweiß ist, das Teig elastisch macht und ihm eine lockere, luftige Struktur verleiht. Die Suche nach geeigneten Mehlalternativen und Bindemitteln ist deshalb essenziell, um köstliche und dennoch glutenfreie Backwaren kreieren zu können.
Glutenfreie Backwaren beinhalten keines der üblichen Getreide wie Weizen, Dinkel oder Roggen. Stattdessen werden vielfältige Zutaten wie Buchweizen, Mandelmehl oder Reismehl verwendet, die ganz unterschiedliche Geschmacksprofile und Backeigenschaften bieten. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten glutenfreien Mehlalternativen, geben praktische Tipps zum Backen mit diesen Zutaten und stellen vielseitige Anwendungsmöglichkeiten vor, damit das glutenfreie Backen gelingt und Freude bereitet.
Das Funktionieren von glutenfreiem Backen: Wesentliche Herausforderungen und Lösungen
Beim Backen ist Gluten ein zentraler Faktor, der für die Elastizität des Teigs sowie seine Fähigkeit sorgt, Gase zu halten und so luftige Backwaren zu schaffen. Das Fehlen von Gluten in glutenfreien Mehlen führt häufig zu festeren, brüchigeren Ergebnissen. Die 1:1-Ersetzung von Weizenmehl durch ein glutenfreies Mehl funktioniert deshalb meist nicht ohne weiteres. Ein bewusster Umgang mit Bindemitteln und einer Mischung verschiedener Mehle ist entscheidend, um die optimale Teigstruktur zu erzielen.
Typische glutenfreie Bindemittel sind Johannisbrotkernmehl, Kartoffelstärke, Maisstärke oder auch Leinsamen, die eingeweicht als Ei-Ersatz dienen können. Diese sorgen dafür, dass die Bestandteile zusammenhalten und der Teig eine gute Elastizität erhält. Besonders beim Backen von Brot, Pizza oder luftigen Kuchen sind diese Bindemittel unerlässlich.
Glutenfreie Mehle haben darüber hinaus sehr unterschiedliche Geschmacksprofile und Flüssigkeitsaufnahmefähigkeiten. Beispielsweise saugt Kokosmehl deutlich mehr Feuchtigkeit auf als Weizenmehl, weshalb Rezepte angepasst werden müssen. Das Mandelmehl hingegen verleiht dem Gebäck einen nussigen Geschmack und eine weiche, feuchte Textur. Buchweizenmehl ist besonders aromatisch und eignet sich hervorragend für herzhafte Backwaren und Waffeln.
Eine sinnvolle Praxis beim glutenfreien Backen ist die Kombination mehrerer Mehle, um von den Vorteilen jedes einzelnen zu profitieren. So wird beispielsweise Reismehl oft mit Kichererbsenmehl oder Hafermehl gemischt, um eine bessere Konsistenz zu erzielen und den Geschmack vielfältiger zu gestalten.
Die passende Menge von Backpulver ist ebenso wichtig, da es die Lockerung der Backwaren unterstützt. Durch sorgfältige Abstimmung von Mehlalternativen und Bindemitteln lässt sich ein Teig herstellen, der sich gut formen lässt, der beim Backen Volumen gewinnt und nach dem Backen eine angenehme Textur aufweist.

Beispiele für die Kombination von Mehlalternativen und Bindemitteln
- Kuchen: Hafermehl, Kokosmehl und Mandelmehl mit Johannisbrotkernmehl
- Brot: Amaranthmehl, Buchweizenmehl und Maismehl mit Kartoffelstärke
- Pfannkuchen: Kichererbsenmehl und Reismehl mit Leinsamen als Bindemittel
- Pizza: Buchweizenmehl, Maismehl und Kichererbsenmehl mit Maisstärke
- Panaden: Hafermehl, Mandelmehl und Kichererbsenmehl mit Maisstärke
Vielfältige glutenfreie Mehlalternativen und ihre Anwendungsmöglichkeiten
Für das glutenfreie Backen stehen heute zahlreiche Mehle zur Verfügung, die sich in ihren Eigenschaften stark unterscheiden. Wir stellen die beliebtesten und vielseitigsten vor, um Anregungen für eigene Backkreationen zu geben.
Kokosmehl ist die kalorienärmste Alternative unter den glutenfreien Mehlen und besonders in der Low-Carb-Ernährung sehr beliebt. Aufgrund seiner starken Flüssigkeitsaufnahme braucht man weniger Mehl und deutlich mehr Flüssigkeit im Teig. Es eignet sich hervorragend für Kuchen, Muffins und Pfannkuchen, die gleichzeitig eine leichte Kokosnote erhalten.
Mandelmehl ist aus gemahlenen Mandeln hergestellt und verleiht Backwaren eine fein-nussige Geschmacksnote. Es macht Teige feucht und saftig und eignet sich daher ideal für Kuchen, Muffins oder Kekse. Wegen seines hohen Fettgehalts sollte es jedoch nicht alleine, sondern meist in Kombination mit anderen Mehlen verwendet werden.
Buchweizenmehl ist kein Getreide, sondern ein Pseudogetreide und von Natur aus glutenfrei. Es besitzt einen kräftigen, leicht herben Geschmack, der gut zu herzhaften und süßen Backwaren passt. Waffeln, Pfannkuchen, Brot und Pizza lassen sich mit Buchweizenmehl wunderbar herstellen.
Reismehl ist ein leichtes Mehl, welches häufig in glutenfreien Mehlmischungen zu finden ist. Es verleiht Backwaren eine feine Textur und eignet sich besonders für leichte Kuchen, Kekse und Pfannkuchen. Aufgrund seiner Neutralität lässt es sich gut mit aromatischeren Mehlen wie Mandel- oder Buchweizenmehl kombinieren.
Hafermehl, hergestellt aus glutenfreien Haferflocken, gibt es heute vermehrt in Bio- oder Spezialmärkten. Es bringt eine milde Süße und nussige Komponenten mit, die sich für viele Kuchen und Kekse eignen. Wichtig ist, auf glutenfreie Herkunft zu achten, da Hafer häufig mit glutenhaltigem Getreide verunreinigt sein kann.
Darüber hinaus sind andere Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa oder auch Hirse gute glutenfreie Mehlquellen, die teils nussige, teils erdige Geschmacksnuancen beitragen. Sie sind reich an Ballaststoffen, Proteinen und wichtigen Mineralstoffen, was glutenfreie Backwaren nicht nur lecker, sondern auch nährstoffreicher macht.
| Mehlalternative | Geschmack | empfohlene Verwendung | Backeigenschaften |
|---|---|---|---|
| Kokosmehl | leicht süßlich, kokosnussartig | Kuchen, Muffins, Pfannkuchen | nimmt viel Flüssigkeit auf, bindet stark |
| Mandelmehl | nussig, mild | Kuchen, Kekse, Muffins | macht Teig saftig, fettreich |
| Buchweizenmehl | kräftig, leicht herb | Brot, Pizza, Waffeln, Pfannkuchen | aromatisch, leicht bröckelig |
| Reismehl | neutral, fein | leichte Kuchen, Kekse, Pfannkuchen | feine Textur, gut kombinierbar |
| Hafermehl | mild, nussig | Kuchen, Kekse, Brot | erdig, gut wasserbindend |

Praktische Tipps für das Backen mit glutenfreien Mehlen und Bindemitteln
Das glutenfreie Backen erfordert ein gewisses Know-how, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Da die Mehle keine glutenhaltige Klebereiweißstruktur aufweisen, muss auf alternative Bindemittel und Backtriebmittel zurückgegriffen werden.
Leinsamen sind ein hervorragendes natürliches Bindemittel: Gemahlene Leinsamen mit Wasser vermischt, bilden ein Gel, das gegenüber Eiern eine ähnliche Funktion übernimmt. Oft genügt es, 1 Esslöffel gemahlene Leinsamen mit 3 Esslöffeln Wasser zu mischen und einige Minuten quellen zu lassen. Das sorgt für eine bessere Teigstruktur und erhöht die Feuchtigkeit.
Johannisbrotkernmehl gilt als besonders effizientes Bindemittel. Es verbessert die Elastizität des Teigs, ohne den Geschmack zu verändern, und unterstützt die Lockerheit bei glutenfreien Backwaren. Zusammen mit Backpulver sorgt es für voluminöse, luftige Kuchen und Brote.
Beim Backpulver empfiehlt es sich, auf eine glutenfreie Variante zu achten, die keine Spuren von glutenhaltigen Stoffen enthält. Backpulver ist ein wichtiges Triebmittel, das im Zusammenspiel mit Säurekomponenten für eine gute Lockerung sorgt.
Flüssigkeitsmenge und Backzeit sollten ebenfalls angepasst werden, da glutenfreie Teige oft mehr Flüssigkeit benötigen und tendenziell empfindlicher auf das Backergebnis reagieren. Eine längere Ruhezeit vor dem Backen kann ebenfalls helfen, die Struktur zu verbessern.
Wer sich an diese Punkte hält, kann auch mit einfachen Zutaten wie Reismehl, Backpulver und Leinsamen ein leckeres, saftiges und abwechslungsreiches Backerlebnis schaffen.
Glutenfreie Pasta, Beilagen und darüber hinaus – abwechslungsreiche Glutenfreiheit
Viele denken beim glutenfreien Backen zunächst an Brot und Kuchen, doch glutenfreie Ernährung umfasst deutlich mehr. Besonders bei Pasta, Couscous oder Bulgur sind glutenfreie Varianten stark nachgefragt geworden. Dank des wachsenden Angebots finden sich heute verschiedene Nudeln aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen, die nicht nur glutenfrei, sondern auch proteinreich sind.
Reisnudeln sind eine klassische Alternative für asiatische Gerichte, einfach in der Zubereitung und mild im Geschmack. Für wählerische Genießer eignen sich auch Pseudogetreide-Nudeln aus Buchweizen oder Quinoa, die in der Textur herkömmlichen Nudeln sehr nahekommen.
Beilagen wie Couscous oder Bulgur aus Hartweizengrieß müssen durch glutenfreie Varianten ersetzt werden. Vollkornreis, Quinoa, Amaranth oder Hirse bieten sich hier als perfekte Alternativen an. Sie enthalten reichlich Ballaststoffe und essentielle Nährstoffe und bringen dabei vielfältige Geschmacksnoten ins Gericht.
Ein leckeres Beispiel für glutenfreie Beilagen ist das Rezept für cremige Pilz-„Rahm“-Soße auf warmer Hirse, das sich in veganer oder vegetarischer Variante einfach zubereiten lässt und eine tolle Geschmackskombination bildet.

Warum kann man Weizenmehl nicht 1:1 durch glutenfreie Mehle ersetzen?
Glutenfreie Mehle enthalten nicht das Klebereiweiß Gluten, welches für die Elastizität und Struktur von Teig verantwortlich ist. Daher benötigt man Bindemittel und oft eine Kombination verschiedener Mehle, um die gleiche Konsistenz und Lockerheit zu erreichen.
Welche glutenfreien Bindemittel sind am besten geeignet?
Johannisbrotkernmehl, Kartoffelstärke, Maisstärke und gemahlene Leinsamen gehören zu den bewährten Bindemitteln, die die Struktur des Teiges verbessern und die Backergebnisse lockerer und elastischer machen.
Wie wählt man das richtige glutenfreie Mehl für verschiedene Backwaren aus?
Die Auswahl hängt vom gewünschten Geschmack und der Textur ab: Kokosmehl ist gut für saftige Kuchen, Mandelmehl gibt einen nussigen Geschmack, buchweizenmehl eignet sich für herzhafte Anwendungen, und Reismehl liefert eine feine Textur. Oft werden mehrere Mehle kombiniert.
Sind glutenfreie Nudeln genauso lecker wie herkömmliche?
Glutenfreie Nudeln aus Hülsenfrüchten oder Pseudogetreiden sind heute qualitativ so gut, dass sie geschmacklich und in der Konsistenz kaum von normalen Nudeln zu unterscheiden sind, vor allem wenn sie richtig zubereitet werden.